Hitze
Es wird heißer in Baden-Württemberg
19.01.2026
Laut Anpassungsstrategie des Landes Baden-Württemberg wirkt sich Hitze auf Menschen, Tiere und Ökosysteme aus, daher sind Handlungsfelder wie Gesundheit, Stadt- und Raumplanung, Landwirtschaft und Verkehr zunehmend von thermischer Belastung betroffen.
Der Anstieg der Temperatur führt in Baden-Württemberg zu häufigeren, intensiveren und länger andauernden Hitzeperioden. Sommerliche Maximaltemperaturen belasten Mensch und Umwelt gleichermaßen. Während der „Hitzesommer“ in den Jahren 2003, 2015, 2018 oder 2022 wurden vor allem in Baden-Württemberg vermehrt „Heiße Tage“ oder „Tropennächte“ registriert. Die erhöhten Temperaturen und das Fehlen einer nächtlichen Abkühlung während anhaltender Hitzeperioden haben deutliche Wirkungen: Belastung des Herz-Kreislauf-Systems, Krankheits- und Todesfälle. Der Klimaatlas BW zeigt daher auch "Sehr Heiße Tage" (mit Temperaturen über 35 °C) als Kennwert an.
Heiße Tage im Kartenviewer "Klima der Vergangenheit"
Besonders gefährdet sind alte, kranke und pflegebedürftige Personen sowie Säuglinge und Kleinkinder. Arbeitende leiden unter höheren Temperaturen und sind vermindert leistungsfähig. Auch die Tierwelt leidet unter den Temperaturextremen. So steht etwa die Tierhaltung in Ställen und im Freien vor neuen Herausforderungen. Insbesondere in Kombination mit Trockenheit kann Hitze weitreichende Folgen für Ökosysteme haben.
In Siedlungsgebieten wird die erhöhte Temperaturbelastung auch als „städtische Wärmeinsel“ bezeichnet. Zusätzlich verschärft durch dichte Bebauung, einen hohen Versiegelungsgrad, großes Verkehrsaufkommen und erhöhte Emissionen, kann es zu einer lokalen Hitzeentwicklung kommen. Dieses Phänomen betrifft nicht nur die großen Städte in Baden-Württemberg, sondern auch Siedlungsstrukturen im ländlichen Raum.
Die Klimawirkung Hitze ist daher auch eine Frage des Urbanen Wasserressourcenmanagements und im Kontext der Blau-Grünen-Infrastruktur zu betrachten. Weitere Informationen finden Sie auch in den Veröffentlichungen zu Klima und Anpassung.
Kartenviewer Betroffenheit
Der neue Kartenviewer zur Hitzebetroffenheit zeigt, wie stark die Gemeinden im Land aktuell und zukünftig von Hitze betroffen sind. Die Hitzebetroffenheit kann in acht Kategorien angezeigt werden.
Kartenviewer HitzebetroffenheitHintergrund: Kartenviewer Hitzebetroffenheit
Der Kartenviewer zur Hitzebetroffenheit zeigt, wie stark die Gemeinden im Land aktuell und zukünftig von Hitze betroffen sind bzw. sein werden. Er zeigt die Hitzebetroffenheit – nicht nur während einzelner heißer Tage, sondern über mehrere Wochen im Sommer.
Bereits heute ist während Sommertagen rund ein Fünftel der Bevölkerung in Baden-Württemberg von Hitze betroffen – in Zukunft könnten es während des Sommers bis zu 80 Prozent sein, je nach Entwicklung der Temperaturen. Besonders im Oberrheingraben und im Neckartal ist die Belastung hoch. Viele Kommunen haben sich schon auf dem Weg gemacht und passen sich an die veränderten Bedingungen an.
Folgende 8 Kategorien stehen im Kartenviewer Hitzebetroffenheit zur Verfügung:
- Gesamtbevölkerung und Kinder, Personen 65+, Personen 80+
- Gesamtfläche und Gewerbegebiete, Wohnbaugebiete und Innenstädte
Zusätzlich lässt sich die Hitzebetroffenheit für den IST-Zustand und die Zukunft (+2 °C, +3 °C, +4 °C) betrachten. Grundlage sind Karten zur thermischen Belastung und Flächennutzungen in Kombination mit Bevölkerungsdaten. Weitere Hintergrundinformationen finden sich weiter unten auf dieser Seite.
In dem hier verwendeten Ansatz liegt Hitzebetroffenheit immer dann für Bevölkerungsgruppen oder Flächennutzungen vor, wenn die entsprechende Teilfläche im Siedlungsbereich einen sehr hohen oder hohen Handlungsbedarf im Sinne der Planungshinweiskarte Hitze aufweist. Dabei werden typische sommerliche Situationen bzw. Wetterlagen herangezogen und die thermische Belastung auf Katasterebene bestimmt. Mit steigenden Temperaturen sind zukünftig auch Teilflächen mit mittlerem Handlungsbedarf von Hitze betroffen, daher nimmt die Hitzebetroffenheit mit den Warming Levels (+2 °C bis +4°C) für viele Regionen in Baden-Württemberg auch zu.
Abbildung: Ausschnitt der Hitzebetroffenheit für die Region Rhein-Neckar.
- Der Kartenviewer zeigt, in welchen Gemeinden während sommerlicher Witterung generell von Hitzebetroffenheit für die Bevölkerung oder auf bestimmen Flächennutzungen auszugehen ist.
- Hitzebetroffenheit wird einheitlich immer als Anteil mit Prozentangaben zwischen 0 und 100 % dargestellt.
- Mit Hilfe der unterschiedlichen Kategorien kann der Datensatz aufzeigen, ob etwa in einer Gemeinde im Vergleich bestimmte Bevölkerungsgruppen oder Flächennutzungen mehr oder weniger von Hitze betroffen sind.
- Der Datensatz ist nicht mit Hitzewarnungen (z. B. vom Deutschen Wetterdienst) zu verwechseln und stellt auch keine Hitzebelastung während einzelner heißer Tage oder während Hitzewellen dar.
- Bisherige kleinräumige Anpassungsaktivitäten der Kommunen sind in der Auswertung nicht berücksichtigt (z. B. Stadtbäumen, Dach- und Fassadenbegrünung).
- Hitze-Hotspots oder auch besonders betroffene Stadtteile und Quartiere werden nicht dargestellt, hierfür wird auf kommunale Stadtklima- oder Betroffenheitsanalysen verwiesen. Mit Hilfe der Planungshinweiskarte Hitze kann jedoch die thermische Belastung von Quartieren untersucht werden.
In einem ausführlichen Begleitdokument haben wir in zehn Kapiteln verschiedene Informationen rund um den Datensatz Hitzebetroffenheit zusammengestellt. Nehmen Sie sich die Zeit und erkunden Sie die Details des Datensatzes.
Erläuterungen mit Interpretationshilfe zum Datenprodukt „Hitzebetroffenheit in Baden-Württemberg“
Die Planungshinweiskarte Hitze bietet Ihnen Informationen zur thermischen Belastung innerhalb einer Gemeinde. Hierbei wurden für Katasterflächen (oftmals ca. 1 ha Größe) Informationen zur heutigen und zukünftigen Hitzesituation zusammengetragen und bewertet.