Trockenheit und Wassermangel

Trockenheit und Wassermangel

27.01.2026

Trockenheit und Wassermangel bilden zusammen eine der vier Klimawirkungen, die in Baden-Württemberg im Fokus stehen. Der Klimawandel macht Trockenheit und Wassermangel wahrscheinlicher. Im Klimagesetz Baden-Württemberg, KlimaG BW und in der ergänzenden Rechtsverordnung sind Trockenheit und Wassermangel in der Klimawirkungsanalyse gezielt zu betrachten. Genauere Informationen zur Klimawirkungsanalyse finden Sie in der Schritt-für-Schritt-Anleitung zu kommunalen Anpassungskonzept.

Trockenes Feld

Die Kartenviewer des Klimaatlas BW geben unter anderem Auskunft zur Veränderung von Trockenperioden und Niederschlagssummen in Ihrer Region. Hier kann beispielsweise die Dauer der längsten Trockenperiode im Klimaprofil Ihrer Kommune oder Region nachgeschlagen werden. Wie lange war die Dauer in der Vergangenheit, wie lange ist sie in der Gegenwart und wie lange könnte sie in der Zukunft sein?

Trockenperioden im Klimaatlas BW (Kreisansicht)

Weiterführende Informationen zum Thema

Informieren Sie sich zu den Klimawirkungen und Betroffenheiten im Bereich Trockenheit und Wassermangel:

Durch den fortschreitenden Klimawandel werden in Baden-Württemberg Trockenperioden mit sommerlichem Wassermangel häufiger auftreten und wahrscheinlich auch länger andauern. Für die Folgen des Wassermangels und Konflikte um konkurrierende Wassernutzungen muss Vorsorge getroffen werden. Eine integrierte Bewirtschaftung der Ressourcen und die Steuerung von Wassernutzungen müssen vorausgeplant und vorsorgende Aktivitäten zum Schutz ergriffen werden. Dazu ist ein verbesserter Kenntnisstand zu den verfügbaren Wasserressourcen sowie des Wasserbedarfs eine wichtige Voraussetzung. Für Perioden der Wasserknappheit sind eine gründliche Notfallplanung und Vorbereitung auf ein angemessenes Krisenmanagement erforderlich.

Aus der Analyse von Rahmenbedingungen und Einflussmöglichkeiten ergeben sich 12 Punkte für einen verbesserten Umgang mit Wasserknappheit, die in der Publikation „Strategie zum Umgang mit Wassermangel in Baden-Württemberg“ festgehalten sind. Die Strategie zum Umgang mit Wassermangel stellt einen bedeutenden Baustein der Zukunftsstrategie Wasser und Boden dar. Damit wird der im Land bestehende Handlungsbedarf beim Umgang mit Wassermangel aufgezeigt, der über die Wasserwirtschaft hinaus auch in andere Fachgebiete (wie Landwirtschaft und Naturschutz) hineinreicht. Grundlegend ist die Ausrichtung der Maßnahmen am Schutz der natürlichen Wasserressourcen und der Gewässerökosysteme. Dieser ist zusammen mit der vorausschauenden Bewirtschaftung der Gewässer eine wichtige Grundlage für die menschliche Daseinsvorsorge, die Volkswirtschaft und die Ökologie.

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Zentral für die Umsetzung der Strategie zum Umgang mit Wassermangel ist die Verbesserung der Daten- und Informationslage. Dazu hat das Umweltministerium im Zuge der Wassermangelstrategie das Niedrigwasser-Informationszentrum (NIZ) für Baden-Württemberg bei der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg eingerichtet.

Das NIZ informiert über die Niedrigwassersituation auf Basis aktueller Messwerte und wasserwirtschaftlicher Modelle und bietet eine hydrologische Einordnung der aktuellen Lage und eine Abschätzung der künftigen Entwicklung an. Als fachliche Anlaufstelle informiert das NIZ bei niedrigen Pegelständen in Grund- und Oberflächengewässern, gibt Auskunft zu vergangenen, aktuellen und prognostizierten Wassermengen und zur Wasserqualität im Land und berät Behörden und die betroffene Öffentlichkeit.

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Um den Herausforderungen Hitze, extreme Wetterereignisse wie Hochwasser, Starkregen und Wassermangel zu begegnen, muss der Umgang mit Wasser in Siedlungsgebieten hinterfragt und angepasst werden. Regenwasser sollte nicht direkt über die Kanalisation abgeleitet, sondern als Ressource und Gestaltungselement in der Siedlung betrachtet werden. Man kann es speichern und nutzen, verdunsten, versickern oder kleinräumig in ein Gewässer einleiten.

Viele dieser Maßnahmen des urbanen Wasserressourcenmanagements sind schon seit den 1990er-Jahren als „naturnahe Regenwasserbewirtschaftung“ bekannt. Im Kontext von Siedlungsentwicklung und Stadtplanung hat sich zudem der Begriff „wassersensible“ oder „wasserbewusste Siedlungsentwicklung“ etabliert. Blau-grüne Infrastrukturen sind wichtige naturnahe Bausteine des urbanen Wasser-ressourcenmanagements. Solche wassersensiblen Lösungen können in allen Kommunen – von Großstädten bis zu Dörfern – notwendig und umsetzbar sein. Sie helfen, Sturzfluten zu verringern, Schäden zu begrenzen, Wasser für Trockenperioden zu speichern, die Versorgung der grünen Elemente zu verbessern und durch Verdunstung die urbane Umgebung zu kühlen. Gleichzeitig entstehen lebenswerte Städte und Gemeinden und mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Mit der Strategie zum Urbanen Wasserressourcenmanagement für Baden-Württemberg liegt ein weiterer wichtiger Baustein der Zukunftsstrategie Wasser und Boden und der Klimaanpassungsstrategie Baden-Württembergs vor. Das darin enthaltene Leitbild soll als Orientierungsrahmen für die Verwaltung, Planende, Bauleute sowie die Bürgerschaft dienen. Ein weiterer Bestandteil ist die Definition von anzustrebenden Sollzuständen – differenziert nach Anforderungen bei Neuplanungen und im Bestand. Der Handlungskatalog der Strategie umfasst 12 Aktivitäten. Diese sollen den Kommunen im Land einen praktikablen Rahmen bieten, um den urbanen Wasserhaushalt zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen Aktivitäten, die darauf abzielen, Informationsangebote auszubauen, Fördermöglichkeiten anzupassen sowie den rechtlichen Rahmen und die fachübergreifende Gestaltung von Planungsprozessen zu prüfen.

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In dem Projekt „Masterplan Wasserversorgung“ wird die Wasserversorgung des Landes Baden-Württemberg einem Klimacheck unterzogen. Dazu erfolgt eine Bestandsaufnahme der öffentlichen Wasserversorgung im IST-Zustand und als Prognose für das Jahr 2050 unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels. Aus den Ergebnissen werden für jede Kommune spezifische Handlungsempfehlungen erarbeitet, die Maßnahmen aufzeigen, die ergriffen werden können, um die Versorgungssicherheit vor Ort zu erhöhen. Ziel des Projekts ist es die Kommunen dabei zu unterstützen, ihre Wasserversorgung resilienter aufzustellen.

Der Masterplan Wasserversorgung kann sowohl im Bereich der Klimawirkungsanalyse als auch im Bereich der Betroffenheit herangezogen werden. Die Ergebnisse des Masterplans Wasserversorgung für Baden-Württemberg werden in Landkreis-Berichten zusammengefasst. Jeder Kommune werden zudem ihre Ergebnisse in einer Kompakt-Informationen zur Verfügung gestellt. Das Projekt soll im Frühjahr 2026 abgeschlossen werden.

Weitere Informationen zu diese Projekt finden Sie fortlaufend auf der unten aufgeführten Website.

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Der Klimawandel wird auch zukünftig in Süddeutschland Veränderungen im Wasserhaushalt bewirken. Abflussregime werden sich v. a. im Winter und Sommer/Herbst verändern. In vielen süddeutschen Einzugsgebieten wird sich die Niedrigwassersituation besonders im Sommer verstärken, während im Winter mit zu-nehmenden Hochwasserabflüssen zu rechnen ist.

Im Rahmen der Kooperation „KLIWA - Klimaveränderung und Wasserwirtschaft“ werden Veränderungen des Wasserhaushalts durch den Klimawandel untersucht. Basierend auf den Auswertungen von Messdaten der vergangenen Jahrzehnte, in Kombination mit Projektionsdaten für die mögliche zukünftige Klimaentwicklung, werden die wasserwirtschaftlichen Auswirkungen von Trockenheit und Wassermangel herausgearbeitet, die Folgen aufgezeigt und Empfehlungen für das Handlungsfeld Wasser gegeben.

Die KLIWA-Kooperation zeigt über diverse Publikationsformate die Entwicklungen des Wasserabflusses im süddeutschen Raum auf (bspw. KLIWA-Kurzbericht 2018) und stellt für den Bereich Niedrigwasser Hintergrundwissen und weiterführende Materialien zur Verfügung. Zudem gibt es von KLIWA eine Themenseite zur Klimaanpassung im Bereich Niedrigwasser.

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