Klimatischer Rückblick 2025

Im Frühjahr zu trocken, im Herbst zu nass und durchgehend zu warm.

04.03.2026

Mit einer Jahresmitteltemperatur von 9,8 °C war 2025 in Baden-Württemberg erneut deutlich zu warm. Das Jahr lag um +1,9 °C über dem Mittel der Referenzperiode 1961–1990 und belegt Platz 8 der wärmsten Jahre. Alle Monate waren wärmer als im langjährigen Mittel. Der Juni stach mit einer Abweichung von +4,4 °C besonders hervor und war der zweitwärmste Juni seit 1961. Gleichzeitig war 2025 außergewöhnlich sonnig. Mit 1.952 Sonnenstunden war es das siebtsonnigste Jahr und lag rund +22 % über dem langjährigen Mittel.

Der Bericht der LUBW zur klimatischen Einordnung des Jahres 2025 für Baden-Württemberg zeigt erneut, dass sich das Klima im Land weiter verändert.

Bild vom ausgetrockneten Bodensee

Abbildung aus dem Jahresrückblick

 

Die erste Jahreshälfte war nicht nur warm, sondern auch sehr trocken. Von Januar bis Juni lag der Niederschlag durchgehend unter dem langjährigen Mittel, im März und April mit besonders ausgeprägten Defiziten. In vielen Regionen entwickelte sich früh eine Niedrigwassersituation. Am Rhein wurden neue minimale Tagesrekordabflüsse gemessen. Der Gemeingebrauch von Oberflächengewässern und die Schifffahrt mussten zeitweise eingeschränkt werden. Erst im Sommer und Frühherbst folgten niederschlagsreichere Phasen. Der September fiel nahezu doppelt so nass aus wie im Referenzzeitraum 1961–1990 und zählt zu den vier niederschlagsreichsten seit 1961. Insgesamt blieb das Jahr mit 863 mm jedoch rund –11 % trockener als im langjährigen Mittel.

Abbildung aus dem Jahresrückblick

Die andauernde Wärme und zeitweilige Trockenheit beeinflussten mehrere Umweltbereiche gleichzeitig. Im Rhein bei Karlsruhe erreichten die Wassertemperaturen Anfang Juli nahezu 27 °C. Im Bodensee wurde in 250 m Tiefe mit 5,7 °C ein neuer Rekordwert gemessen. Solche Entwicklungen verändern die Lebensbedingungen für aquatische Organismen drastisch. Auch die Pflanzenentwicklung reagierte sensibel. Die Apfelblüte setzte am 15. April ein und lag damit rund 18 Tage vor dem Mittel 1961–1990. Auch die Vegetationsperiode war entsprechend lang. Gleichzeitig erholten sich die Bestände von Tagfaltern nach den Einbrüchen der Vorjahre spürbar. Im Sommer kam es zu einzelnen Überschreitungen des Ozon-Informationsschwellenwertes. Extrem hohe Spitzenwerte wie in früheren Jahrzehnten wurden jedoch nicht erreicht.

Der Jahresrückblick 2025 macht deutlich, wie vielschichtig die Auswirkungen des Klimawandels in Baden-Württemberg inzwischen sind.