Die erste Jahreshälfte war nicht nur warm, sondern auch sehr trocken. Von Januar bis Juni lag der Niederschlag durchgehend unter dem langjährigen Mittel, im März und April mit besonders ausgeprägten Defiziten. In vielen Regionen entwickelte sich früh eine Niedrigwassersituation. Am Rhein wurden neue minimale Tagesrekordabflüsse gemessen. Der Gemeingebrauch von Oberflächengewässern und die Schifffahrt mussten zeitweise eingeschränkt werden. Erst im Sommer und Frühherbst folgten niederschlagsreichere Phasen. Der September fiel nahezu doppelt so nass aus wie im Referenzzeitraum 1961–1990 und zählt zu den vier niederschlagsreichsten seit 1961. Insgesamt blieb das Jahr mit 863 mm jedoch rund –11 % trockener als im langjährigen Mittel.
Die andauernde Wärme und zeitweilige Trockenheit beeinflussten mehrere Umweltbereiche gleichzeitig. Im Rhein bei Karlsruhe erreichten die Wassertemperaturen Anfang Juli nahezu 27 °C. Im Bodensee wurde in 250 m Tiefe mit 5,7 °C ein neuer Rekordwert gemessen. Solche Entwicklungen verändern die Lebensbedingungen für aquatische Organismen drastisch. Auch die Pflanzenentwicklung reagierte sensibel. Die Apfelblüte setzte am 15. April ein und lag damit rund 18 Tage vor dem Mittel 1961–1990. Auch die Vegetationsperiode war entsprechend lang. Gleichzeitig erholten sich die Bestände von Tagfaltern nach den Einbrüchen der Vorjahre spürbar. Im Sommer kam es zu einzelnen Überschreitungen des Ozon-Informationsschwellenwertes. Extrem hohe Spitzenwerte wie in früheren Jahrzehnten wurden jedoch nicht erreicht.
Der Jahresrückblick 2025 macht deutlich, wie vielschichtig die Auswirkungen des Klimawandels in Baden-Württemberg inzwischen sind.