Starkregen und Hochwasser

Starkregen und Hochwasser

27.01.2026

Starkregen und Hochwasser bilden zusammen eine der vier Klimawirkungen, die in Baden-Württemberg im Fokus stehen. Der Niederschlag wird extremer und damit können auch die Folgen wie Überflutungen, Erosion und Hangrutschungen anwachsen. Im Klimagesetz Baden-Württemberg KlimaG BW und in der ergänzenden Rechtsverordnung sind Starkregen und Hochwasser in der Klimawirkungsanalyse gezielt zu betrachten. Genauere Informationen zur Klimawir-kungsanalyse finden Sie im Klimaatlas BW in der Schritt-für-Schritt Anleitung zum kommunalen Anpassungskonzept und der Themenseite Alles rund ums KlimaG BW.

Starkregen auf Boden

Der Begriff Hochwasser umfasst sowohl fluviales Hochwasser (Überschwemmungen von Fließgewässern) und pluviales Hochwasser (Überflutungen infolge von Starkregen). Bei kleinen Gewässern ist eine klare Abgrenzung zwischen Überflutungen durch Starkregen und Überschwemmungen durch Flusshochwasser nicht immer ohne weiteres möglich, da oftmals eine Kombination von oberflächigem Abfluss und ausuferndem Gewässer auftritt.

Bei Starkregenereignissen handelt es sich um Niederschlagsereignisse, welche lokal eng begrenzt sind und bei denen sehr hohe Niederschlagsmengen innerhalb kürzester Zeit auftreten. Starkregenereignisse treten oft im Sommerhalbjahr als Gewitter oder Platzregen auf, welche bekanntermaßen durch eine kurze Dauer sowie geringe räumliche Ausdehnung und hohe Intensität charakterisiert sind.

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Starkregen ab Niederschlagsmengen von 15 mm in einer Stunde oder ab 20 mm in sechs Stunden in 3 Warnstufen. 

Weitere Informationen DWD Wetterwarnkriterien.

Starkregen kann zu Überflutungen bis hin zu Sturzfluten führen. Dies hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab (z. B. Geländetopografie, Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens). Überflutungen durch Starkregen treten in der Regel erst bei höheren Niederschlagsintensitäten auf.

In den Kartenviewern des Klimaatlas BW können Sie sich zu Kennwerten im Bereich Starkregen und Hochwasser informieren, u.a. Niederschlagstage mit mehr als 20 mm, 99. Perzentil der Tagesniederschläge in einem Jahr, maximale 5-Tages-Niederschlagssumme oder auch monatliche Niederschlagssummen.

Starkregen und Hochwasser

Die kommunalen Starkregengefahrenkarten (SRGK) erlauben eine Einschätzung, wo sich Oberflächenabfluss bei Starkregen bildet und wo er weiterfließen kann. Die SRGK bilden die Grundlage für die Umsetzung der Eigenvorsorge von Bürgerinnen und Bürgern und für kommunale Handlungskonzepte. Kommunale Starkregengefahrenkarten bieten einen Überblick über Überflutungsflächen und -tiefen.

Die in Baden-Württemberg vorhandenen kommunalen SRGK sind im Daten- und Kartendienst der LUBW UDO zu finden (Umwelt-Daten und -Karten Online). Städte und Gemeinden erhalten vom Land einen Zuschuss von 70 Prozent der Kosten, die für die Erstellung der kommunalen Starkregengefahrenkarten mit nachfolgender Risikoanalyse und darauf aufbauendem Handlungskonzept entstehen. Vorgaben des Leitfadens zum kommunalen Starkregenrisikomanagement müssen dabei entsprechend berücksichtigt werden. Gefördert wird das kommunale Starkregenrisikomanagement über die „FrWw 2024 – Richtlinien des Umweltministeriums für die Förderung wasserwirtschaftlicher Vorhaben“.

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Das Naturgefahrenportal des Deutschen Wetterdienstes (NGP) informiert über Na-turgefahren in Deutschland, z. B. zur Starkregen- und Hochwassergefährdung – mit aktuellen Warnungen, ortsbezogenen Gefahren- und Risikokarten sowie praktischen Tipps zur Vorsorge und zum richtigen Handeln.

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Es ist davon auszugehen, dass konvektive Starkregenereignisse im Zusammenhang mit der klimawandelbedingten Temperatursteigerung zunehmen werden. Im LAWA-Starkregenportal wird deutlich, dass Starkregen, egal welcher Intensität, grundsätzlich überall in Baden-Württemberg auftreten kann. Aus diesem Grund wird die Erarbeitung eines kommunalen Starkregenrisikomanagementkonzepts empfohlen (Überblick über Starkregengefahrenkarten in Baden-Württemberg siehe oben).

Das LAWA Starkregenportal bietet länderübergreifend Informationen zum Thema Starkregen und seinen Definitionen, eine Datenbank zu vergangenen Ereignissen auf Basis von DWD-Daten, Schadensformularen zur Dokumentation und einer Checkliste zur Gefährdungsbeurteilung. Die LAWA ist die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser.

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Im Hochwasserportal des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg finden Sie Informationen zum Thema Hochwasser und Stark-regen in Baden-Württemberg – aufbereitet für unterschiedliche Zielgruppen.
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Die Hochwassergefahrenkarten (HWGK) stellen die von Oberflächengewässern ausgehende Überflutungsgefahr für unterschiedliche Hochwasserszenarien dar. Sie zeigen Überflutungsflächen (Karte: Überflutungsflächen - Daten- und Kartendienst der LUBW) und -tiefen (Karte: Überflutungstiefen - Daten- und Kartendienst der LUBW) für verschiedene Jährlichkeiten von Hochwasser.

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Die Hochwasserrisikokarten bauen auf den Hochwassergefahrenkarten (HWGK) auf. Im Zentrum der Betrachtung der Risiken durch Hochwasser stehen die vier Schutz-güter: menschliche Gesundheit, Umwelt, Kulturerbe und wirtschaftliche Tätigkeiten. Die HWRK zeigen die für diese Schutzgüter bestehende Betroffenheit bei unter-schiedlichen Hochwasserszenarien auf. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) bietet umfangreiches Kartenmaterial zum Hochwasserrisiko und dessen Bewertung sowie Maßnahmenberichte.
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Um den Herausforderungen Hitze, extreme Wetterereignisse wie Hochwasser, Starkregen und Wassermangel zu begegnen, muss der Umgang mit Wasser in Siedlungsgebieten hinterfragt und angepasst werden. Regenwasser sollte nicht direkt über die Kanalisation abgeleitet, sondern als Ressource und Gestaltungselement in der Siedlung betrachtet werden. Man kann es speichern und nutzen, verdunsten, versickern oder kleinräumig in ein Gewässer einleiten.

Viele dieser Maßnahmen des urbanen Wasserressourcenmanagements sind schon seit den 1990er-Jahren als „naturnahe Regenwasserbewirtschaftung“ bekannt. Im Kontext von Siedlungsentwicklung und Stadtplanung hat sich zudem der Begriff „wassersensible“ oder „wasserbewusste Siedlungsentwicklung“ etabliert. Blau-grüne Infrastrukturen sind wichtige naturnahe Bausteine des urbanen Wasser-ressourcenmanagements. Solche wassersensiblen Lösungen können in allen Kommunen – von Großstädten bis zu Dörfern – notwendig und umsetzbar sein. Sie helfen, Sturzfluten zu verringern, Schäden zu begrenzen, Wasser für Trockenperioden zu speichern, die Versorgung der grünen Elemente zu verbessern und durch Verdunstung die urbane Umgebung zu kühlen. Gleichzeitig entstehen lebenswerte Städte und Gemeinden und mehr Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Mit der Strategie zum Urbanen Wasserressourcenmanagement für Baden-Württemberg liegt ein weiterer wichtiger Baustein der Zukunftsstrategie Wasser und Boden und der Klimaanpassungsstrategie Baden-Württembergs vor. Das darin enthaltene Leitbild soll als Orientierungsrahmen für die Verwaltung, Planende, Bauleute sowie die Bürgerschaft dienen. Ein weiterer Bestandteil ist die Definition von anzustrebenden Sollzuständen – differenziert nach Anforderungen bei Neuplanungen und im Bestand. Der Handlungskatalog der Strategie umfasst 12 Aktivitäten. Diese sollen den Kommunen im Land einen praktikablen Rahmen bieten, um den urbanen Wasserhaushalt zu verbessern. Im Mittelpunkt stehen Aktivitäten, die darauf abzielen, Informationsangebote auszubauen, Fördermöglichkeiten anzupassen sowie den rechtlichen Rahmen und die fachübergreifende Gestaltung von Planungsprozessen zu prüfen.

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Der Klimawandel wird auch zukünftig in Süddeutschland Veränderungen im Was-serhaushalt bewirken. Abflussregime werden sich v. a. im Winter und Sommer/Herbst verändern. In vielen süddeutschen Einzugsgebieten wird sich die Niedrigwassersituation (Klimaatlas BW - Themenseite Trockenheit und Wassermangel) besonders im Sommer verstärken, während im Winter mit zunehmenden Hochwasserabflüssen zu rechnen ist.

Im Rahmen der Kooperation „KLIWA - Klimaveränderung und Wasserwirtschaft“ werden Veränderungen im Wasserhaushalt durch den Klimawandel untersucht. Basierend auf den Auswertungen von Messdaten der vergangenen Jahrzehnte in Kombination mit Projektionsdaten für die mögliche zukünftige Klimaentwicklung werden die wasserwirtschaftlichen Auswirkungen von Starkregen und Hochwasser herausgearbeitet, die Folgen aufgezeigt und Empfehlungen für das Handlungsfeld Wasser gegeben.

Die KLIWA-Kooperation zeigt über diverse Publikationsformate die Entwicklungen des Wasserabflusses im süddeutschen Raum auf (bspw. KLIWA-Kurzbericht 2018) und stellt für den Bereich Hochwasser und Starkregen Hintergrundwissen und weiterführende Materialien zur Verfügung. Zudem gibt es von KLIWA eine Themenseite zur Klimaanpassung im Bereich Hochwasser und Starkregen.

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