Gebietskarten
Karten zur Gebietsbeschreibung
04.05.2026
Mit den Karten zur Gebietsbeschreibung lassen sich zentrale sozioökonomische und strukturelle Merkmale sowie klimatische Kenngrößen der Landkreise und Gemeinden in Baden-Württemberg auf einen Blick erfassen. Sie sind nicht exklusiv einzelnen Handlungsfeldern zugeordnet, sondern können in verschiedenen Kontexten zur Gebietsbeschreibung herange-zogen werden.
Um die Abschätzung zu erleichtern, wurde eine Klassifizierung vorgenommen, damit Sie Ihren Landkreis mit anderen Landkreisen in Baden-Württemberg und die Gemeinden in Ihrem Landkreis untereinander vergleichen können. Die Karten beschreiben nur die Ausgangslage im Landkreis und ersetzen nicht die Betroffenheitsanalyse und detaillierte Fachplanungen.
Weitere Informationen zu den Indikatorenkarten:
Mit der Novellierung des Klimaschutz- und Klimawandelanpassungsgesetzes Baden-Württemberg (KlimaG BW) sind die Landkreise verpflichtet, ein Klimaanpassungskonzept zu erstellen. Dafür stellt die LUBW eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Landkreise als praktische Hilfestellung bereit. Ein Bestandteil dieser Anleitung sind die Karten zur Gebietsbeschreibung. Diese zeigen für alle Landkreise und Gemeinden ausgewählte sozioökonomische, strukturelle und klimatische Merkmale. Die Karten zur Gebietsbeschreibung ersetzen keine detaillierten Fachplanungsdaten.
Die Karten zur Gebietsbeschreibung greifen auf ausgewählte sozioökonomische, strukturelle und klimatische Merkmale zurück, die für viele Handlungsfelder der Klimaanpassung relevant sind. Grundlage sind verschiedene amtliche Statistik-, Geobasis- und Fernerkundungsdaten sowie Fachinformationen aus dem Umweltinformationssystem der LUBW. Ergänzend werden Klimadaten aus dem Klimaatlas Baden-Württemberg verwendet.
Alle Datenbestände werden regelmäßig fortgeschrieben. Da die Aktualisierungszyklen je nach Quelle unterschiedlich sind, können sich die Karten im Zeitverlauf ändern, wenn z. B. neue Bevölkerungszahlen, Flächenerhebungen, Klimadatensätze oder Fachinformationen vorliegen. Bei jeder Karte sind Datenquelle und Datenstand angegeben, sodass jederzeit nachvollziehbar ist, auf welchem Stand die dargestellten Werte basieren. Eine vollständige Liste aller Indikatoren einschließlich Beschreibung, Datenquelle und Datenstand ist im bereitgestellten Datensatz auf dem FTP-Server enthalten.
Für die klimatischen Indikatoren werden Mittelwerte über einen 30-jährigen Bezugszeitraum verwendet.
Im aktuellen Datenstand entspricht dies dem Zeitraum 1996 bis 2025.
Die klimatischen Indikatoren stellen keine Einzeljahreswerte dar, sondern 30-jährige Mittel. Im vorliegenden Datenstand wird hierfür der Zeitraum 1996–2025 verwendet. Die sozioökonomischen und strukturellen Indikatoren beziehen sich dagegen jeweils auf den angegebenen aktuellen Datenstand der jeweiligen Datenquelle.
Die Indikatoren werden nach einem einheitlichen Verfahren ausgewertet, damit sie für alle Landkreise und Gemeinden vergleichbar sind. Dabei wird zwischen dem kreisweiten Gemeindevergleich und dem landesweiten Kreisvergleich unterschieden.
Im kreisweiten Gemeindevergleich wird jeder Indikator so dargestellt, dass Unterschiede innerhalb eines Landkreises sichtbar werden. Grundlage ist ein Perzentil-Ansatz: die 25 % der Gemeinden mit den niedrigsten Werten erhalten die Einstufung „niedrig“, die mittleren 50 % „mittel“ und die 25 % mit den höchsten Werten „hoch“. Damit wird keine absolute Grenze gezogen, sondern eine Rangordnung hergestellt. Zwei Gemeinden mit ähnlichen Werten können also in unterschiedliche Klassen fallen, wenn sie knapp auf verschiedenen Seiten einer Perzentilgrenze liegen. Der Vorteil dieses Ansatzes ist, dass auch in Landkreisen mit insgesamt geringen Ausprägungen Unterschiede innerhalb des Kreises erkennbar bleiben.
Im landesweiten Kreisvergleich werden die Werte der Gemeinden zunächst zu einem Kreiswert zusammengeführt. Standardmäßig geschieht dies als ungewichtetes Mittel, sodass jede Gemeinde eines Kreises gleich stark berücksichtigt wird, unabhängig von ihrer Fläche oder Einwohnerzahl.
Eine Ausnahme bildet der Indikator zum Umsetzungsstand kommunaler Starkregenrisikomanagement-Konzepte (SRRM). Auf Gemeindeebene zeigt er direkt den jeweiligen Umsetzungsstand an (kein Konzept, mindestens ein Konzept bewilligt, mindestens ein Konzept abgeschlossen). Auf Kreisebene wird dagegen nicht wie bei den meisten Indikatoren ein ungewichtetes Mittel aller Gemeinden gebildet, sondern ein Anteilswert: Es wird berechnet, wie viele Gemeinden eines Landkreises bereits ein bewilligtes oder abgeschlossenes Starkregenrisikomanagement-Konzept haben. Dieser Anteil wird anschließend, wie bei den übrigen Indikatoren, nach Perzentilen in drei Klassen eingeteilt.
Stadtkreise stellen einen Sonderfall dar, da sie jeweils nur aus einer Gemeinde bestehen. Eine innerkreisliche Klassifizierung ist hier nicht möglich. Im landesweiten Kreisvergleich werden sie deshalb in den Karten grau markiert. Für den kreisweiten Gemeindevergleich werden für Stadtkreise keine Karten erzeugt, da keine Untergliederung vorliegt.
Ein Sonderfall liegt in homogenen Landkreisen vor, in denen die Werte der Gemeinden kaum variieren, etwa wenn nahezu alle Gemeinden keine HQ100-Flächen aufweisen. Da hier die notwendige Streuung fehlt, ist eine Perzentilbildung nicht sinnvoll. Diese Landkreise werden in den Karten grau dargestellt und mit einem Hinweis versehen.
Die Indikatorkarten zeigen eine relative Einordnung von Gemeinden und Landkreisen im Vergleich zueinander. Grundlage ist eine Klassifizierung in drei Stufen („niedrig“, „mittel“, „hoch“) anhand von Perzentilen. Das bedeutet: Die Karten stellen keine absoluten Schwellenwerte dar, sondern zeigen, wie eine Gemeinde im Verhältnis zu anderen Gemeinden desselben Landkreises oder wie ein Landkreis im Verhältnis zu allen Landkreisen in Baden-Württemberg eingeordnet ist.
Wichtig ist daher: Auch kleine Unterschiede in den Ausgangswerten können dazu führen, dass zwei Gemeinden in unterschiedlichen Klassen erscheinen, wenn sie auf verschiedenen Seiten einer Perzentilgrenze liegen. Die Karten dienen also vor allem dazu, räumliche Muster und Strukturen sichtbar zu machen, nicht zur Bewertung einzelner Absolutwerte.
Die Karten sind außerdem kein Ersatz für detaillierte Fachplanungsdaten. Sie ergänzen den Prozess der Klimaanpassung lediglich als vorbereitendes Werkzeug zur Beschreibung der Ausgangslage und zur Unterstützung der Beteiligung der Gemeinden. Für vertiefte Analysen sind weiterhin die einschlägigen Fachplanungen heranzuziehen (z. B. Hochwassergefahrenkarten, Starkregengefahrenkarten, etc.).
Die Indikatorkarten stehen im Klimaatlas auf zwei Ebenen zur Verfügung: Zum einen gibt es den landesweiten Vergleich der Landkreise und Gemeinden. Hier können Sie auf einen Blick erkennen, wie Ihr Kreis im Verhältnis zu anderen Kreisen in Baden-Württemberg eingestuft ist. Zum anderen gibt es für jeden Landkreis einen kreisweiten Gemeindevergleich. Diese Karten zeigen die Unterschiede zwischen den Gemeinden innerhalb des ausgewählten Landkreises.
Alle diese Karten sowie die zugehörigen Datensätze und Metadaten finden Sie auf dem verlinkten FTP-Server.
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Schritt-für-Schritt zum kommunalen Klimaanpassungskonzept
Die Schritt-für-Schritt Anleitung soll Landkreise in der Phase 1 bei der Erstellung der Anpassungskonzepte nach den §§ 29a ff. KlimaG BW (KlimaG) unterstützen.
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Landkreiszuschnitte Planungshinweiskarte
Um die Planungshinweiskarte direkt in die Konzepte einbinden zu können, bietet das Kompetenzzentrum Klimawandel entsprechende landkreisscharfe Zuschnitte zum Download an.