Die jeweiligen Ausprägungen der Kennwerte können über das Dashboard in den Kartenviewern für die gewählte Gebietskulisse (Gemeinde, Kreis, Naturraum, Land) oder über den Downloadbereich des Klimaatlas BW als textbasierte Datendatei (csv-Format) geladen werden. Daten von nicht abgeschlossenen Perioden (wie Monate oder Jahre) sind nicht aussagekräftig.
Kennwertliste
Klimatische Kenntage: Definitionen
08.01.2026
Hier finden Sie in verschiedenen Kennwert-Gruppen Informationen zu den Definitionen und Berechnungen der Kennwerte im Klimaatlas BW.
Datengrundlage für die Berechnung der Kennwerte ist eine tägliche flächenhafte Interpolation für Baden-Württemberg in einem 100 m x 100 m Raster. Dabei werden Tagesminimum- und Tagesmaximum, Tagesmitteltemperaturen und die Tagesniederschlagssumme interpoliert. Die Interpolation basiert auf Stationsdaten aus dem Messnetz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und MeteoSchweiz. Zur Verbesserung der Stationsdaten wurden diese für den Zeitraum 1961-2022 einer Lückenfüllung unterzogen.
Hintergrundwissen Kennwerte
Im Klimaatlas BW stehen verschiedene zeitliche Granularitäten zur Verfügung. Üblicherweise werden die Kenntage für Kalenderjahre dargestellt, also z. B. Sommertage pro Jahr. Weitere Auswahlmöglichkeiten sind die meteorologischen Jahreszeiten Winter (Dezember des Vorjahres bis Februar), Frühjahr (März bis Mai), Sommer (Juni bis August), Herbst (September bis November) und alle Monate. Nicht alle Kennwerte sind für alle zeitlichen Granularitäten aufbereitet.
Für die Ausprägungen der Kenntage werden je Raumkulisse (z.B. auf Gemeindeebene) die Anzahl der Datenpixel über bzw. unter einem Schwellenwert oder gemäß einer bestimmten Bedinung gezählt und für die zeitliche Auswahl (z.B. Jahreszeit) aufsummiert. Hat eine Gemeinde beispielsweise an 10 Tagen im April auf 50 % der Pixelwerte Tagesmaximumtemperaturen über 25 °C, dann ergibt dies 5 Sommertage für den April eines Jahres - unabhängig von der räumlichen Verteilung der Schwellenwertüberschreitung.
Temperatur-Kennwerte
Hinweis: Der Klimaatlas BW basiert auf Beobachtungszeitreihen an Messstationen. Diese Stationen sind üblicherweise außerhalb von Siedlungsgebieten platziert oder bilden bei der Lufttemperaturtemperatur keine stadtklimatologischen Effekte ab. Daher können insbesondere Kenntage zur thermischen Belastung (Heiße Tage, Tropennächte, u. a.) im Klimaatlas BW teils deutlich von Stationsdaten oder lokalen Werten abweichen. Der Klimaatlas BW bietet auch eine Rasteransicht im Klima der Vergangenheit, welche diesen Effekt für verschiedene Kommunen aufzeigen kann.
Die Lufttemperatur wird in 2 Metern Höhe über dem Boden bestimmt. Angegeben ist der Mittelwert der Lufttemperatur im gewählten Zeitraum in Grad Celsius.
Sommertage sind Tage, an denen das Maximum der Lufttemperatur 25 °C erreicht oder überschreitet. Angegeben ist die Anzahl der Sommertage im gewählten Zeitraum.
Sommertage sind Tage, an denen das Maximum der Lufttemperatur 30 °C erreicht oder überschreitet. Angegeben ist die Anzahl der Sommertage im gewählten Zeitraum. Die Anzahl der Heiße Tage sind ein typischer Kennwert, um die thermische Belastung darzustellen.
Sommertage sind Tage, an denen das Maximum der Lufttemperatur 35 °C erreicht oder überschreitet. Angegeben ist die Anzahl der Sommertage im gewählten Zeitraum.
Tropennächte treten an Tagen auf, an denen das Minimum der Lufttemperatur 20 °C nicht unterschreitet. Angegeben ist die Anzahl der Tropennächte im gewählten Zeitraum. Die Anzahl der Tropennächte ist ein typischer Kennwert, um die thermische Belastung darzustellen.
Anzahl der Perioden im Bezugszeitraum, welche jeweils an mindestens 3 bzw. 5 aufeinanderfolgenden Tagen die Tagesmaximaltemperaturen von 30° erreichen oder überschreiten. Dieser Kennwert fokussiert auf Hitze-Ereignisse.
Frosttage sind Tage, an denen das Minimum der Lufttemperatur unter 0 °C fällt. Angegeben ist die Anzahl der Frosttage im gewählten Zeitraum. Dieser Kennwert kann stellvertretend für eine Abschätzung der (potenziellen) Schneeverfügbarkeit verwendet werden.
Eistage sind Tage, an denen das Maximum der Lufttemperatur 0 °C nicht erreicht oder überschreitet. Angegeben ist die Anzahl der Eistage im gewählten Zeitraum.
Niederschlags-Kennwerte
Niederschlagskennwerte basieren auf einem flächendeckenden Raster des Niederschlags (100 x 100 m) basierend auf täglichen Interpolationen der Beobachtungszeitreihen an DWD-Stationen (Klima der Vergangenheit) bzw. auf den verfügbaren Klimaprojektionen (Klima der Zukunft). Die Stationszeitreihen wurden lückengefüllt und auf die gleiche Zeitreihenlänge angepasst. Der Klimaatlas BW zeigt jedoch keine täglichen Niederschlagszeitreihen, sondern Monats-, Jahreszeiten- und Jahresreihen zur klimatischen Einordnung der Niederschlagsverhältnisse.
Niederschlagssumme im gewählten Bezugszeitraum in Millimetern [mm]. Veränderungen zur Referenzperiode sind in absoluten Werten [mm] bzw. als relative Veränderung [%] angegeben. Die Summenberechnung basiert auf Tageswerten des Niederschlags.
Anzahl der Tage mit mehr als 20 mm Tagesniederschlag. Über die Niederschlagsintensität liegt hierbei keine Information vor, z. B. ob mehr als 20 mm in einer Stunde oder verteilt über den Tag gefallen sind. Nicht zu verwechseln mit dem Kenntag Starkregentage, welcher auf stündlichen Niederschlagsdaten basiert.
Maximum der gleitenden, rechtsbündigen 5-tägigen Niederschlagssumme in Millimetern im Bezugszeitraum. Ein Wert von 100 mm bedeutet, dass die maximale Niederschlagssumme innerhalb von 5 zusammenhängenden Tagen in diesem Jahr 100 mm betragen hat (z.B. Tag 1: 40 mm, Tag 2: 20 mm, Tag 3: 10 mm, Tag 4: 10 mm und Tag 5: 20 mm). Dieser Kennwert kann die Entstehung von (überregionalen) Hochwässern beleuchten.
Das 99. Perzentil der Tagesniederschläge gibt den Schwellenwert in mm/Tag an, oberhalb dessen nur die 1 % niederschlagsreichsten Tage des Bezugszeitraums liegen. 99 % der gemessenen Niederschlagswerte liegen unter diesem Wert. Hierbei werden nur feuchte Tage des Bezugszeitraums (N > 1 mm) berücksichtigt, also z. B. aus dem entsprechenden Kalenderjahr. Der Kennwert zeigt konzeptionell die Ausprägung von extremen Tagesniederschlägen einer Zeitperiode und kann statistisch robuster als die Maximalniederschläge sein. Wenn das 99. Perzentil des Tagesniederschlags bei 40 mm liegt, dann treten an nur 1 von 100 Tagen mit Niederschlag mehr als 40 mm auf.
Trockenperioden
Trockenperioden treten auf, wenn keine oder nur sehr geringe Niederschläge auftreten. Es stehen Kennwerte für die Anzahl und längste Dauer der Trockenperioden zur Verfügung sowie die Anzahl der Tage ohne Niederschlag im Jahr. Die Kennwerte dienen dazu Wassermangelsituationen oder meteorologische Dürren aufzuzeigen.
Anzahl der Trockenperioden mit je 5 oder mehr aufeinander folgenden Tagen mit N < 1 mm.
Anzahl der Tage mit Niederschlagssumme < 1 mm.
Dauer der längsten Periode aufeinanderfolgender Tage, an denen die Tagesniederschläge 1 mm jeweils nicht überschreiten.
Vegetationsperiode
Die hier bereitgestellten klimatologischen Vegetationsperioden sind rein temperatur-basiert und müssen je nach Fragestellung verfeinert werden. Die Berechnungssystematik ist an die Kennwertberechung für Klimaprojektionen angelehnt. Zur Bewertung der Veränderung der Vegetationsperiode werden überlicherweise neben temperaturbasierten Ansätzen auch phänologische Kennwerte (z.B. Blühbeginn) verwendet, welche z.B. vom DWD (Deutscher Wetterdienst) bereitgestellt werden.
Erste Periode im Jahr mit 6 aufeinanderfolgende Tage mit Tagesmitteltemperaturen > 5 °C. Der Beginn der Vegetationsperiode entspricht dem ersten Tag dieser 6-tägigen Periode. Rasterzellen, in denen die Bedingungen in einem Jahr nicht erfüllt werden, erhalten keinen Wert für Beginn und Ende der Vegetationsperiode (NA-Werte). Für räumliche Aggregation liegen mindestens 90% der Pixelwerte vor, sonst NA-Werte.
Erste Periode im Jahr mit 6 aufeinanderfolgende Tage mit Tagesmittel < 5°C, welche nach dem Beginn der Vegetationsperiode und nach dem 1. Juli liegt. Eine weitere "Warm"-Periode (6 Tage mit > 5°C) verlängert die Vegetationsperiode nicht. Die Vegetationsperiode endet am ersten Tag dieser 6-tägigen Periode. Wird die Bedingung in einem Jahr nicht erreicht, endet die Vegetationsperiode am 31. Dezember. Für räumliche Aggregation liegen mindestens 90% der Pixelwerte vor, sonst NA-Werte.
Die Länge oder Dauer der Vegetationsperiode ist die Differenz (+ 1 Tag) zwischen Ende und Beginn der Vegetationsperiode innerhalb eines Kalenderjahres, sofern beide Zeitpunkte bestimmt werden konnten (sonst NA-Werte). Für räumliche Aggregation liegen mindestens 90% der Pixelwerte vor, sonst NA-Werte.
Gradtage
Gradtage (also Heiz- und Kühlgradtage) sind energetische Kenngrößen, die in unterschiedlicher Form genutzt werden, z.B. in der Abrechnung von Heizkosten oder um den Kühlbedarf von Gebäuden bei steigenden Anforderungen an den Wärmeschutz abzubilden. Gradtage sind ein Maß dafür, wie stark an kalten Tagen "zugeheizt" werden muss oder welchen Bedarf es an Kühlung gibt. Gradzahlen sind durch einen Schwellwert definiert. Der Schwellwert gibt an, an welchen Tagen eine Berechnung durchgeführt werden muss. Wird der Wert Schwellwert über- bzw. unterschritten, wird die absolute Differenz zwischen Schwellenwert und Tagesmitteltemperatur berechnet.
Anzahl der Tage im Kalenderjahr, an denen die Tagesmitteltemperatur den Schwellenwert 18,3 °C überschreitet.
Anzahl der Tage im Kalenderjahr, an denen die Tagesmitteltemperatur den Schwellenwert 15,0 °C unterschreitet.
Für alle Tage, an denen die Tagesmitteltemperatur den Schwellenwert 15,0 °C unterschreitet, wird die Differenz zwischen den jeweiligen Tagesmitteltemperaturen und diesem Schwellenwert ermittelt. Die Heizgradtage errechnen sich dann als Summe der absoluten Temperaturdifferenzen.
Für alle Tage, an denen die Tagesmitteltemperatur den Schwellenwert 18,3 °C überschreitet, wird die Differenz zwischen den jeweiligen Tagesmitteltemperaturen und diesem Schwellenwert ermittelt. Die Kühlgradtage errechnen sich dann als Summe der absoluten Temperaturdifferenzen.